Bericht Weltwärts-Zwischenseminar, Wolgang Hanslik, Januar 2010

Team Kolumbien & Brasilien 2009/2010 trifft sich zum zum Zwischenseminar im Tayronapark, Kolumbien 

Zur Vorbereitung des Seminars vom 13.01. bis 17.01.2010, aber auch parallel als Teil des Zwischenseminars, wurde der Gruppe die Organisation übertragen. Dies umfasste, die Kalkulation der Kosten für Übernachtung, Transfer & Verpflegung für das gesamte Team inkl. Referent für den gesamten Zeitraum. Des Weiteren wurde das Team beauftragt mögliche Freizeitaktivitäten neben Strandaufenthalten zu erkunden. Während des Aufenthaltes wurde auch der Freiwilligen (FW) Rebecca Gallandt die Verantwortung als Kassiererin übertragen, was sie auch mit Bravur meisterte. Ebenfalls ist zu betonen, dass alle vorgegebenen organisatorischen Vorbereitungen sehr zur erfolgreichen Durchführung beigetragen haben

Tag 1
Der Aufenthalt im Tayronapark befindet sich auf einem Campingplatz. Daher war für den Aufenthalt leichtes Gepäck selbständig zu packen. Der Fußmarsch vom Eingang Tayrona bis zum Campingplatz betrug ca. 60 Minuten. Außerdem mussten für die entsprechenden Tage Frühstückmahlzeiten, welche genau budgetiert waren, eingekauft werden. Dabei mussten Gewicht & Haltbarkeit ebenfalls beachtet werden. Nur das Abendessen & Getränke durften auf dem Campingplatz eingekauft werden.

Der Tag startete daher mit dem Packen des Gepäcks & dem Einkauf in einem Einkaufszentrum vom Startpunkt aus. Anschließend erfolgte der Transfer zum Tayronapark, ca. 6 Stunden. Alles verlief einwandfrei. Dort angekommen wurde die „Quartiere“ (Hängematten oder Zelte) bezogen. Abschluss dann mit einem gemeinsamen Abendessen und der ersten Einheit, mit dem Thema: Wie bin ich rückblickend in meiner Projektorganisation (PO) empfangen/aufgenommen worden?

Team Brasilien:

  • Leiter der PO hatte die FW persönlich vom Flughafen abgeholt
  • Begrüßungsessen gleich am ersten Abend
  • Einweisung in die Quartiere
  • Fazit: Sehr herzliches Willkommen!


Team Kolumbien:

  • Auf Verspätung bei der Abholung wurde im Vorfeld hingewiesen, dem auch so geschah, ca. 30 Minuten
  • Leiterehepaar hatte die FW persönlich am Flughafen abgeholt
  • erste Übernachtung erfolgte noch beim Leiterehepaar im eigenen Haus, erst am darauffolgenden Tag wurde die Fahrt zur PO bzw. Station aufgenommen
  • Fazit: Sehr herzliches Willkommen!


Tag 2
Wegwanderung zum Strand, Dauer ca. je 45 Minuten. Geführte Einzelgespräche mit FW Teil I.

Resümee:

  • Motivation: sehr gut
  • zugeteilte Aufgaben: befriedigend, wünscht sich etwas mehr Flexibilität
  • Kulturanpassung: sehr gut inkl. Sprache
  • Kontakt mit zu Hause: ca. 1x pro Woche ca. 1-2 Stunden


Allg. Aufgaben:

  • Aushilfe in der PO eigenen Bibliothek
  • Gruppenzuteilung Sport & Spaß
  • Suppenküche
  • Englischunterricht mit Kindern
  • Küchendienst inkl. Kochen
  • Instandhaltung/ hausmeisterliche Tätigkeiten
  • Werkzeug- & Materialbeschaffung
  • Teamwork mit weiteren FW bisher sehr gut


Nachmittags Gruppenarbeit:
Jeder von uns hat seine eigene Kultur bzw. bringt diese in sein fremdes Land mit.
Beurteile die Persönlichkeit & Kultur Deines rechten Nachbarn.
Interessanter Austausch.

Tag 3
Aufbruch zum verlassenen Indianerdorf, ca. 2 Stunden Fußmarsch- Geführte Einzelgespräche mit FW Teil I.

Resümee:

  • Motivation: sehr gut
  • zugeteilte Aufgaben: es gibt keine strukturierte Aufgabenstellung
  • Kulturanpassung: sehr gut, Sprache unbefriedigend, da enge Zusammenarbeit mit deutschen FW
  • Kontakt mit zu Hause: ca. 1x pro Woche ca. 1-2 Stunden
  • kein Heimweh
  • zuerst gab es zwischenmenschliche Probleme mit Leitern der PO, jedoch auf Seiten des PO Leiters. Dies hat sich zwischenzeitlich eingespielt, sodass mittlerweile das Verhältnis sehr gut ist
  • Kulturelle Konflikte werden „rücksichtslos“ geahndet, sog. „Entgleisungen“ seitens der PO nicht


Allg. Aufgaben:

  • Wasserversorgung für Toilettenspülung (Salzwasser) & Trinkwasser (1x pro Woche wird Trinkwasser vom Festland aus besorgt)
  • Kehren, Trägerarbeiten, Zuarbeiter im Bereich der handwerklichen Tätigkeit im Aufbau der Krankenstation
  • Es gibt leider zu wenig klar kommunizierte Regeln und keinen verbindlichen Wochenplan. Dies erfordert ein hohes Maß an Flexibilität & Geduld. Es erfolgte auch keine Einweisung in die Tätigkeiten und Einführung in die Werkzeugmaschinen  Sicherheitsmängel.

Tag 4
Vorstellung Zwischenbericht jedes FW unter Berücksichtigung folgender Fragen mit anschl. Austausch:

  • Bericht über das Land und Kultur
  • Vorstellung/Beschreibung Deiner persönliche Entwicklungstätigkeit
  • Welche Erfahrungen habe ich dabei gemacht (positiv/negativ)?
  • Inwieweit hat mir dabei das Vorbereitung semniar geholfen (konkret bei was, Themen, soz. Kompetenz etc.)?
  • Was ist derzeit für mich am lehrreichsten?
  • Was fällt mir derzeit besonders schwer (Kämpfe, Sorgen, Ängste, Anpassung…)?
  • Wie sieht es derzeit mit meinen zwischenmenschlichen Beziehungen aus
  • Wie fühle ich mich betreut (EO, Mentor vorort, Leitung vorort etc.)
  • Kontakt mit zu Hause


Die Rolle unserer Mentoring vorort wurde allerseits sehr gelobt und von großem Wert geschätzt.

Tag 5
Abreise vom Tayronapark mit anschließendem Rücktransfer bis zur PO.

Des Weiteren durfte ich noch einen Tag inkl. Übernachtung auf der Station der PO verbringen. Ebenfalls hatte ich mit dem Team noch meinen letzten Tag in Cartagena verbracht und beendete meinen Aufenthalt bei einem schönen Abendessen mit guten Gesprächen.

Was gibt es für uns als Entsendeorganisation noch zu tun?

  • mehr Mentoring auch von zu Hause aus
  • regelmäßige Zahlen über individuelle Spendenstände


Fazit:
Ein tolles Team in Brasilien & Kolumbien. Motivation & Einstellung ist beeindruckend, auch die Integration in das Land & Projekt verlief bisher einwandfrei. Daher sind wir als EO mit unseren FW, aber auch mit unseren POs sehr zufrieden.

Alle Beteiligten haben sich auch während des Zwischenseminars sehr wohlgefühlt und gehen nun wieder ihren Herausforderungen und Diensten motiviert und gestärkt entgegen.
 
Wolfgang Hanslik